Theater Konstanz
Jeder stirbt für sich allein - Theater Konstanz
Kleiner Mann, was tun?
von Julia Nehmiz
Konstanz, 26. September 2020. Es ist kein pompöses Theaterfest, es ist ein Auftakt mit Ansage. Leise, eindringlich, intensiv: Man muss sich einmischen. Jede und jeder muss eine Haltung haben. Und man kann sich entscheiden, zu handeln.
Karin Becker und ihr Team beginnen die neue Intendanz am Theater Konstanz mit einem politischen Ausrufezeichen: mit Hans Falladas großem Widerstandspanorama "Jeder stirbt für sich allein". Fallada hat den 700-Seiten-Roman 1946 in nur vier Wochen geschrieben, basierend auf den Prozessakten eines wahren Falles, dessen völlige Trostlosigkeit ihn nicht mehr losließ. Das Ehepaar Hampel, bei Fallada Quangel, beschließt, nachdem der einzige Sohn in Frankreich gefallen ist, Widerstand zu leisten. Sie schreiben Postkarten gegen den Krieg und verteilen sie in Berliner Wohnhäusern. Nach zwei Jahren, 276 Postkarten und 9 Briefen werden sie verhaftet, 1943 hingerichtet.